Monitoring & Backup
Lernfokus
AP2 Systemintegration: Systeme sinnvoll überwachen, Backup-Strategien auswählen und die Wiederherstellung samt Serverkapazität belastbar planen.
- Monitoring mit SNMP, Schwellwerten und Alarmen ohne Fehlalarm-Flut aufbauen.
- Backup-Arten und -Strategien (3-2-1, Voll/Inkrementell/Differenziell, Generationenprinzip) sicher unterscheiden.
- Wiederherstellung über RTO/RPO und Restore-Tests bewerten und Server bedarfsgerecht dimensionieren.
Monitoring & SNMP
Monitoring überwacht Systeme fortlaufend und meldet Abweichungen, bevor daraus ein Ausfall wird. SNMP ist dafür das klassische Protokoll im Netzwerk.
- Rollen: der Agent läuft auf dem überwachten Gerät und hält seine Werte in der MIB bereit, der Manager (NMS) fragt sie ab und stellt sie dar.
- Polling vs. Trap: beim Polling fragt der Manager zyklisch ab, beim Trap meldet der Agent ein Ereignis von sich aus - das verkürzt die Reaktionszeit.
- Schwellwerte: abgestuft in Warning (frühe Warnung) und Critical (Notfall); eine Mindestdauer vermeidet Fehlalarme durch kurze Lastspitzen.
Merksatz: Der Agent hält die Daten, der Manager holt sie - und ein guter Schwellwert warnt früh genug, ohne bei jeder Spitze Alarm zu schlagen.
Backup-Arten & -Strategie
Die Wahl der Backup-Art entscheidet über Sicherungsdauer, Speicherbedarf und den Aufwand beim Restore. Die 3-2-1-Regel gibt den strategischen Rahmen.
- 3-2-1-Regel: drei Datenkopien, auf zwei verschiedenen Medientypen, davon eine an einem externen Standort (offsite).
- Vollbackup: sichert jedes Mal den gesamten Datenbestand - einfachster Restore, höchster Speicher- und Zeitbedarf.
- Inkrementell: sichert nur die Änderungen seit dem letzten Backup (egal welcher Art) - kleine Sicherungen, aber lange Restore-Kette.
- Differenziell: sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup - wachsende Sicherungen, aber Restore aus Vollbackup plus einer Sicherung.
Merksatz: Inkrementell misst ab dem letzten Backup, differenziell immer ab dem letzten Vollbackup - genau das entscheidet, wie viele Sicherungen du beim Restore brauchst.
Generationenprinzip
Das Großvater-Vater-Sohn-Prinzip staffelt Sicherungen zeitlich, damit man auch auf ältere Datenstände zurückgreifen kann.
- Sohn: tägliche Sicherung, wird schnell wieder überschrieben (jüngster Stand).
- Vater: wöchentliche Sicherung mit mittlerer Aufbewahrung.
- Großvater: monatliche Sicherung, wird am längsten aufbewahrt (Langzeitstand).
Merksatz: Je höher die Generation, desto länger die Aufbewahrung - so bleibt auch ein spät entdeckter Fehler (z. B. Ransomware) reparierbar.
Wiederherstellung & Serverdimensionierung
Ein Backup ist nur so gut wie sein Restore. RTO und RPO geben die Ziele vor, die Serverdimensionierung liefert die nötige Kapazität und Redundanz.
- RTO: maximal tolerierbare Zeit bis zur Wiederverfügbarkeit - wie lange darf der Ausfall dauern?
- RPO: maximal tolerierbarer Datenverlust - er bestimmt das Sicherungsintervall (RPO 1 h → mindestens stündlich sichern).
- Restore-Test: nur ein zurückgespieltes Backup beweist, dass Medien lesbar und Daten brauchbar sind - ein grünes Protokoll allein genügt nicht.
- Dimensionierung: Kapazitätsreserven für Wachstum einplanen, Redundanz über RAID und N+1 (eine Einheit mehr als nötig); IOPS zählen bei Datenbanken.
Merksatz: RTO fragt nach der Zeit, RPO nach der Datenmenge - und RAID ist Redundanz für den laufenden Betrieb, aber niemals ein Ersatz für ein Backup.
Prüfungsmodus
Dieser ProtocolCheck führt dich durch die wichtigsten AP2-Aspekte dieses Themas. Du kannst Antworten prüfen, Fragen überspringen und bekommst am Ende eine Auswertung nach Kategorie.
Kategorie
Monitoring & Backup
AP2-Training