Backuparten
Warum Datensicherung?
Ein Backup ist eine zusätzliche Kopie wichtiger Daten, mit der man nach Hardwaredefekten, Bedienfehlern, Schadsoftware oder Diebstahl den Datenbestand wiederherstellen kann. Das Zurückspielen dieser Kopie heißt Restore. Entscheidend ist: Ein Backup ist erst dann wirklich vorhanden, wenn die Wiederherstellung auch getestet wurde. Ungetestete Sicherungen sind im Ernstfall oft wertlos.
Merksatz: Kein Backup ohne erfolgreichen Restore-Test.
Voll, differentiell, inkrementell
Die drei Sicherungsarten unterscheiden sich darin, was gesichert wird und worauf sie sich beziehen. Daraus ergeben sich Unterschiede bei Speicherbedarf, Sicherungsdauer und Restore-Aufwand.
- Vollbackup: sichert alle ausgewählten Daten. Hoher Speicherbedarf und lange Sicherungsdauer, dafür einfachster Restore (nur ein Stand nötig).
- Differentielles Backup: sichert alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup. Die Sicherungen wachsen bis zum nächsten Vollbackup an. Restore = Vollbackup + letztes differentielles Backup.
- Inkrementelles Backup: sichert nur die Änderungen seit der letzten Sicherung (egal ob voll oder inkrementell). Sehr sparsam und schnell, aber der Restore braucht das Vollbackup plus die komplette Kette aller inkrementellen Sicherungen.
Beispiel (Woche): Sonntag ein Vollbackup, Montag bis Samstag täglich eine Teilsicherung. Bei differentiell enthält jede Sicherung alles seit Sonntag (sie wird Tag für Tag größer), der Restore von Donnerstag braucht nur Sonntag + Donnerstag. Bei inkrementell sichert jeder Tag nur die Änderungen zum Vortag (kleine, schnelle Sicherungen), der Restore von Donnerstag braucht aber Sonntag + Montag + Dienstag + Mittwoch + Donnerstag.
Merksatz: Inkrementell spart beim Sichern, differentiell spart beim Restore.
Generationenprinzip (Großvater-Vater-Sohn)
Das Generationenprinzip staffelt Sicherungen über mehrere Zeitebenen, damit man auf verschieden alte Stände zurückgreifen kann und nicht nur den neuesten besitzt.
- Sohn: tägliche Sicherung, kurze Aufbewahrung.
- Vater: wöchentliche Sicherung, mittlere Aufbewahrung.
- Großvater: monatliche Sicherung, lange Aufbewahrung.
So lassen sich auch ältere Fehler korrigieren, die erst spät auffallen, etwa eine vor zwei Wochen versehentlich gelöschte Datei. Medien werden dabei rotiert und wiederverwendet.
Die 3-2-1-Regel
Die 3-2-1-Regel ist eine einfache Faustregel gegen Datenverlust:
- 3 Kopien der Daten (Original + 2 Sicherungen),
- 2 unterschiedliche Speichermedien/-typen (z. B. Festplatte und Band oder Cloud),
- 1 Kopie an einem externen Ort (außer Haus oder offline).
Die externe bzw. getrennte Kopie schützt vor Ereignissen, die den Standort treffen (Brand, Diebstahl, Überspannung) oder das gesamte Netz erfassen (Ransomware). Besonders wirksam gegen Ransomware sind unveränderliche (immutable) oder vollständig vom Netz getrennte Sicherungen.
RPO und RTO
Zwei Kennzahlen steuern, wie ein Backup-Konzept ausgelegt sein muss:
- RPO (Recovery Point Objective): maximal tolerierbarer Datenverlust, gemessen als Zeitspanne. Er bestimmt den Sicherungsabstand: Bei RPO = 1 Stunde muss mindestens stündlich gesichert werden.
- RTO (Recovery Time Objective): maximal tolerierbare Ausfall-/Wiederherstellungszeit. Er bestimmt, wie schnell ein System nach einem Ausfall wieder laufen muss.
Eselsbrücke: RPO blickt nach hinten (Wie viele Daten darf ich verlieren?), RTO blickt nach vorn (Wie lange darf der Ausfall dauern?).
Merksatz: RPO = Datenverlust in Zeit, RTO = Ausfalldauer. Beide leiten sich aus dem Geschäftsrisiko ab und bestimmen die Backup-Strategie.
Prüfungsmodus
Dieser FluxCheck trainiert Backup-Grundlagen, Sicherungsarten und typische Praxisentscheidungen aus AP1-Situationen.
Kategorie
Backuparten
Backup, Restore und Sicherungsstrategie.