VDI & DaaS
Lernfokus
Trainiere virtuelle Desktops, eigene Infrastruktur und Cloud-Desktopdienste.
- VDI und DaaS unterscheiden.
- Kosten, Datenschutz und Betrieb bewerten.
- Netzwerkabhängigkeit berücksichtigen.
Was ist VDI?
VDI steht für Virtual Desktop Infrastructure. Dabei laufen die Arbeitsplatz-Desktops nicht mehr lokal auf dem PC, sondern als virtuelle Maschinen zentral im Rechenzentrum des Unternehmens (On-Premise). Eine Virtualisierungsschicht, der Hypervisor (z. B. VMware ESXi, Microsoft Hyper-V, Citrix Hypervisor), teilt die Server-Hardware in viele getrennte virtuelle Desktops auf. Der Mitarbeiter sieht auf seinem Endgerät nur Bild und Eingabe, die über ein Remote-Protokoll (RDP, PCoIP, Blast) übertragen werden.
- Hypervisor: betreibt und verwaltet die virtuellen Desktops auf dem Server.
- Zentrale Desktops: Rechenleistung liegt im Rechenzentrum, nicht am Arbeitsplatz.
- Client/Thin Client: dient nur als Zugriffspunkt für Anzeige und Eingaben.
- Golden Image: zentrale Vorlage, aus der die Desktops bereitgestellt werden.
Beispiel: Eine Firma stellt 200 Mitarbeitern Windows-Desktops über zwei eigene Server bereit. Steht ein Update an, wird es einmal am Master-Image gepflegt und für alle ausgerollt.
Was ist DaaS?
DaaS (Desktop as a Service) ist die Cloud-Variante von VDI. Hier betreibt nicht das Unternehmen selbst die Infrastruktur, sondern ein externer Cloud-Anbieter (z. B. Azure Virtual Desktop, Amazon WorkSpaces). Die Desktops werden als Dienst gemietet und über das Internet genutzt. Der Anbieter kümmert sich um Hardware, Hypervisor und Verfügbarkeit.
- Cloud statt eigener Hardware: kein eigenes Rechenzentrum nötig.
- Abo-/Mietmodell: laufende Gebühren (OPEX) statt großer Anfangsinvestition.
- Flexible Skalierung: Desktops können kurzfristig dazugebucht oder reduziert werden.
- Internetabhängig: ohne stabile Verbindung kein Zugriff.
Beispiel: Ein Start-up bucht für 30 neue Saison-Mitarbeiter kurzfristig DaaS-Desktops und gibt sie nach der Saison wieder frei, ohne Hardware zu kaufen.
Persistent vs. non-persistent
Bei beiden Modellen unterscheidet man, ob Änderungen erhalten bleiben:
- Persistenter Desktop: fest einem Nutzer zugewiesen, persönliche Einstellungen und Daten bleiben dauerhaft erhalten. Höherer Speicherbedarf.
- Non-persistenter Desktop: wird nach der Sitzung auf den Ausgangszustand zurückgesetzt. Sparsam und einheitlich; Nutzerdaten müssen über Profile oder Netzlaufwerke ausgelagert werden.
Vor- und Nachteile, Abgrenzung VDI ↔ DaaS
Der Kern der AP1-Bewertung ist die Abwägung zwischen Eigenbetrieb (VDI) und zugekaufter Dienstleistung (DaaS):
- VDI: volle Kontrolle und Datenhoheit im eigenen Haus, aber hohe Anschaffungskosten (CAPEX), eigener Wartungsaufwand und durch eigene Hardware begrenzte Skalierung.
- DaaS: schnell startklar, flexibel skalierbar und planbare laufende Kosten (OPEX), aber Abhängigkeit von Anbieter und Internet sowie Datenschutzfragen (Datenstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag nach DSGVO).
- Gemeinsam: zentrale Administration, einfacher Geräteersatz und gute Sicherheit durch zentrale Datenhaltung (Zugriffskontrolle, MFA, Richtlinien).
Wichtige Bewertungsfaktoren für beide: Latenz und Bandbreite (Netzqualität), Performance-Bedarf (z. B. GPU für Grafikanwendungen), Kosten, Datenschutz und Nutzeranforderungen.
Merksatz: VDI ist der virtuelle Desktop im eigenen Rechenzentrum, DaaS derselbe Desktop als gemieteter Cloud-Dienst.
Prüfungsmodus
Dieser ProtocolCheck führt dich durch die wichtigsten AP1-Aspekte dieses Themas. Du kannst Antworten prüfen, Fragen überspringen und bekommst am Ende eine Auswertung nach Kategorie.
Kategorie
VDI & DaaS
AP1-Training