IT-Sicherheit
Lernfokus
AP2 Systemintegration: Netzgrenzen mit Firewall und DMZ absichern, VPN- und Verschlüsselungsverfahren richtig auswählen sowie Zertifikate, Schutzziele und Authentisierung sauber begründen.
- Firewall-Typen und DMZ-Konzepte unterscheiden und nach Default-Deny planen.
- VPN-Modi sowie symmetrische, asymmetrische und hybride Verschlüsselung einordnen.
- PKI, digitale Signatur, CIA-Triade und Mehr-Faktor-Authentisierung erklären.
Firewall & DMZ
Firewalls trennen Netze unterschiedlicher Vertrauensstufe. Eine DMZ (entmilitarisierte Zone) ist ein Zwischennetz für öffentlich erreichbare Dienste, das weder ganz außen noch im internen LAN liegt.
- Paketfilter vs. Stateful Inspection: der zustandslose Filter prüft jedes Paket einzeln, die Stateful-Firewall verfolgt den Verbindungszustand und lässt Antwortpakete gezielt zu.
- DMZ: öffentlich erreichbare Server (Web, Mail) werden isoliert, damit ein Einbruch dort nicht sofort das interne Netz öffnet.
- Screened Subnet: äußere und innere Firewall spannen die DMZ dazwischen auf – ein Angreifer muss beide überwinden.
Merksatz: Ein gutes Regelwerk arbeitet nach Default-Deny: alles verbieten und nur den ausdrücklich benötigten Verkehr freigeben.
VPN & Verschlüsselung
Ein VPN baut über ein unsicheres Netz einen geschützten Tunnel auf. Die dahinterliegenden Verfahren kombinieren meist Geschwindigkeit und sicheren Schlüsselaustausch.
- IPsec: ESP verschlüsselt die Nutzdaten (Vertraulichkeit), AH sichert nur Integrität/Authentizität, IKE handelt die Schlüssel aus.
- Tunnel- vs. Transportmodus: der Tunnelmodus kapselt das ganze Original-Paket (Site-to-Site), der Transportmodus schützt nur die Nutzlast (Host-to-Host).
- Hybridverfahren: das asymmetrische Verfahren tauscht sicher den Sitzungsschlüssel aus, das schnelle symmetrische Verfahren (z. B. AES) verschlüsselt die Massendaten.
Merksatz: Vertraulichkeit heißt mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers verschlüsseln – nur dessen privater Schlüssel öffnet die Nachricht.
Zertifikate & PKI
Eine Public-Key-Infrastruktur schafft Vertrauen in öffentliche Schlüssel. Digitale Signaturen belegen Echtheit und Urheberschaft.
- CA & Vertrauenskette: die Zertifizierungsstelle signiert Zertifikate; das Vertrauen reicht über Zwischenzertifikate bis zu einer im System hinterlegten Root-CA.
- Digitale Signatur: der Absender signiert mit seinem privaten Schlüssel, jeder prüft mit dem öffentlichen – das sichert Integrität und Nichtabstreitbarkeit.
- Widerruf: zurückgezogene Zertifikate erkennt man über eine Sperrliste (CRL) oder eine OCSP-Abfrage, nicht am Ablaufdatum.
Merksatz: Signieren mit dem privaten Schlüssel, verschlüsseln mit dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers – Signatur und Vertraulichkeit nie verwechseln.
Schutzziele & Authentisierung
Die CIA-Triade bündelt die drei zentralen Schutzziele der Informationssicherheit. Authentisierung und Autorisierung sind zwei getrennte Schritte der Zugriffskontrolle.
- CIA-Triade: Vertraulichkeit (kein unbefugtes Lesen), Integrität (keine unbemerkte Veränderung), Verfügbarkeit (erreichbar bei Bedarf).
- 2FA/MFA: echte Mehr-Faktor-Authentisierung kombiniert verschiedene Faktorarten – Wissen, Besitz und Inhärenz (Biometrie).
- Authentisierung vs. Autorisierung: zuerst wird die Identität nachgewiesen, danach werden die Zugriffsrechte festgelegt.
Merksatz: Ein zweiter Faktor zählt nur, wenn er aus einer anderen Kategorie stammt – zwei Passwörter bleiben ein einziger Faktor Wissen.
Prüfungsmodus
Dieser ProtocolCheck führt dich durch die wichtigsten AP2-Aspekte dieses Themas. Du kannst Antworten prüfen, Fragen überspringen und bekommst am Ende eine Auswertung nach Kategorie.
Kategorie
IT-Sicherheit
AP2-Training